PERSONAL: ME AND MY BODY

Jetzt sitze ich also vor meinem Laptop.

Ich starre auf den Bildschirm und in dieses kleine Fenster in meinem Backend-Editor, in welches ich Wort für Wort tippe. Und irgendwie weiß ich nicht so recht, wie ich mit diesem Text beginnen soll. Vielleicht am besten mit meiner aktuellen Ausgangssituation.

Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt. Und ich stecke seit fast vier Wochen in einem selbstausgedachten Bodychallenge-Experiment, das ich zusammen mit meiner Freundin und Bloggerkollegin Vivian begonnen habe. Unsere “Regeln”? 8 Wochen lang jeden Tag mindestens 30 Minuten Sport machen (egal ob im Fitnessstudio oder vor dem Fernseher bei einer Runde Sophia Thiel oder sonst irgendeiner Fitnessfigur, die dich in wenigen Minuten zum Kreislaufzusammenbruch bringt). Dazu wird jeden Tag nur 3x gegessen – und das möglichst “gesund”. Zwei Mal die Woche erlauben wir uns ein Cheatmeal. Das kann dann in Form von etwas Süßem (bei mir: Ben&Jerrys-Eis) oder etwas sehr kalorienreichem sein (bei mir: McDonalds). Das wars auch schon.

Bei Instastories habe ich euch schon von meinem ersten bisher einzigen “Rückfall” erzählt. Vor zwei Wochen überkam es mich einfach nachts. Das einzige woran ich denken konnte? Nutella! Oh ja Nutella! Und naja, was soll ich sagen. Das Glas wurde rausgeholt und mit einer Semmel verschlungen. Ja wirklich, VERSCHLUNGEN. Genuss gleich Null. Schuldgefühl im Nachhinein? Riesig.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt,

warum wir mit dieser “Bodychallenge” überhaupt angefangen haben. Dass ich mehr für meinen Körper machen sollte, weiß ich nicht erst, seit mir meine 36-er-Jeans nicht mehr passen.

Ich war nie wirklich “dünn”, immer eher pummelig – zumindest habe ich dieses Bild von mir selbst, wenn ich an meine Jugend zurückdenke. Schaue ich mir jetzt meine alten Fotos an, wird mir eigentlich klar, dass ich damals ein völlig falsches Bild von mir selbst hatte. Ich war schlank, nicht dünn, mir passten Sachen in 34/36 – und trotzdem versuchte ich mich damals schon an sämtlichen Diäten.

Egal ob Kohlsuppendiät, Nulldiät (bei der ich wirklich kaum mehr als einen Apfel und ein bisschen Salat am Tag gegessen habe) oder übermäßiger Sport – das alles hätte ich im Nachhinein betrachtet nie gebraucht. Ich habe damals hobbymäßig schon immer viel Sport gemacht – aber natürlich aus Spaß am Sport. Und deshalb waren meine ganzen Bedenken, ich wäre “zu dick” und müsste mich gesünder ernähren und mehr Sport machen aus heutiger Sicht auch unbegründet gewesen. Ich glaube damals war ich einfach noch zu unsicher, nicht selbstbewusst genug. Alle anderen waren schöner, schlanker, beliebter als ich. In meinem Kopf. Heute weiß ich, dass ich vor ein paar Jahren einfach ein falsches Selbstbild hatte. Und heute?

Ja, ich gebe es zu: ich bin deprimiert. Deprimiert davon, dass mir manchmal bei h&m die 38-er-Jeans nicht mehr passt, dass ich faul geworden bin und mich zu wenig bewege, dass ich viel zu viel Scheiß esse und mir das nicht mal wirklich bewusst, bzw. egal ist. Dass ich manchmal schon mittags müde bin und mich zu nichts motivieren kann.

Das alles begann damit, dass ich vor vier Jahren nach München gezogen bin und zum ersten Mal richtig gearbeitet habe. Ich meine, so richtig, vor einem Computer mit einer 45 Stunden-Woche und so. Viel Zeit und Lust für Sport gabs da nicht mehr – und Lust auf Kochen nach der Arbeit sowieso nicht. Eine kleine Ausrede habe ich hierfür aber: als KEIN-Besitzer einer Spülmaschine ist Kochen sowieso immer so eine Sache…Wie dem auch sei, mit den letzten Jahren habe ich meinen Körper vernachlässigt – ich war einfach zu faul und zu bequem.

Dass meine Gewichtszunahme nicht nur mir aufgefallen war,

sollte ich schnell merken. Als Bloggerin bin ich viel unterwegs – egal ob auf Reisen oder auf den unterschiedlichsten Events. Man trifft viele neue Menschen – und davon sind natürlich die meisten auch selbst Blogger. Da ich mich auf den Bereich Fashion als Hauptthema festgelegt habe, ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten meiner Bloggerkolleginnen dünn sind. Das ist auch okay so. Die meisten Laufsteglooks schauen an einer Größe 34 nun mal besser aus als an einer 42. Aber bin ich deswegen jetzt mit einer 38 falsch im Fashionbereich? Wenn ich auf manche Meinungen anderer Bloggerin höre – ja.

Ich will nicht lügen. Es verletzt mich. Und zwar richtig. Neben anderen Bloggern zu stehen, die an der 1 Millionen-Follower-Marke kratzen und zufällig mitzuhören, “ob ich denn nicht sehe, wie fett ich eigentlich bin” oder “ob ich in meinem Leben überhaupt mal in einen Spiegel geschaut habe” lässt einen mehr als an sich selbst zweifeln. Bin ich wirklich richtig in meinem Beruf? Oder mache ich mir nur etwas vor? Ich habe viel mit Freunden und anderen Bloggern über dieses Thema geredet und bin zu diesem Entschluss gekommen: Fashionblogger zu sein, heißt nicht immer nur dünn zu sein. Es heißt, Spaß an Mode, an Trends, an Veränderungen zu haben. Seinen eignen Stil zu finden und vielleicht andere damit zu inspirieren. Und das ganz unabhängig von der eigenen Kleidergröße.

Um wieder auf das eigentlich Thema, nämlich unsere “Bodychallenge” zurückzukommen: NEIN, ich möchte meinen Körper nicht verändern, um in das Schema von anderen Bloggern zu passen. Ich möchte wieder fitter werden und mich gesünder ernähren, weil ich mich einfach unwohl fühle. Viel zu oft müde, träge, unzufrieden. Das allein ist das Ziel und ich werde weiterhin versuchen, am Ball zu bleiben. Ganz egal, ob ich damit jemals in irgendein Idealbild passe – oder nicht.

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